Unsere Geschichte als FEG Gwatt, von der Entstehung bis heute


Am 22. Oktober 1888 fand die erste Versammlung von Christen in Gwatt in der Wohnstube Reber an der Gwattstrasse statt. Sie wurde damals Strättligengemeinde genannt und war ein Aussenposten der FEG Thun.

Am 3. August 1890 startete die Strättligengemeinde mit der ersten Sonntagsschule. Im Jahr 1899 zählte diese bereits über 240 Kinder. Die Wohnstube war für all die Anlässe bald einmal zu klein.


„Es war ein Schmerz, die grosse Strättligengemeinde zu sehen und kein passendes Lokal zu haben für die verschiedenen Anlässe.“ Die Not bewegte Johann Finger-Uehlinger so sehr, dass er sozusagen fast eigenhändig beim Bahnhof in Gwatt ein Haus baute, das man Eben-Ezer nannte, (Eben-Eser war der Name eines Steines, und bedeutet „Stein der Hilfe". Er wurde von Samuel als Denkmal für die von Gott erhaltene Hilfe aufgestellt, nachdem ein Sieg über die Philister errungen worden war vgl. 1. Sam 4,1; 5,1; 7,12). Die Einweihungsfeier des Hauses Eben-Ezer fand dann am 21. November 1897 statt. Von da an wurde das Haus für die verschiedenen Anlässe gebraucht, um Menschen im Glauben zu lehren und Menschen auf das Evangelium aufmerksam zu machen.


Betreut wurde die Gemeinschaft im Gwatt in all den Jahren immer von der FEG Thun aus. Im Jahr 1982 kam es zu zunehmenden theologischen Meinungsverschiedenheiten rund um das Thema Allversöhnung, was unter einigen Mitgliedern der FEG Thun stark vertreten wurde. Aus diesem Grund trennten sich damals 15 Geschwister von der FEG Thun, weil sie nicht der Lehre glaubten, dass Menschen am Ende eh alle in den Himmel kommen. Nein, sie wollten aktiv Menschen auf die Erlösung das Evangelium von Jesus Christus aufmerksam machen. Darum trennte man sich.

Und so fand am 21. Januar 1982 der offizielle Gründungstag, der von der FEG Thun unabhängigen FEG Gwatt statt. Das Haus oder wie man auch sagte, die Kapelle Eben-Ezer an der Stationsstrasse wurde das offizielle Gemeindelokal der FEG Gwatt. Die damaligen Pastoren in der FEG Thun Andreas Bopp (Praktikant in Thun) und Samuel Limbach (Prediger in Thun) stiessen kurze Zeit nach der Trennung auch zur FEG Gwatt. Samuel Limbach der an Leukämie erkrankt war, diente der neu gegründeten Gemeinde im Gwatt nur ganz kurze Zeit. Einen neuen Pastor zu finden, war schwierig, da die Gemeinde vom Bund FEG noch nicht anerkannt wurde. Doch im deutschen Missionar Wolfgang Nöhre fand man jemanden, der rasch die offene Stelle antrat. Dieser musste aber nach sechs Monaten bereits wieder abtreten, da er von der Behörde keine Arbeitsbewilligung erhalten hatte.

Am 1. August 1982 wurde dann Hans Meier als erster Prediger angestellt. Er war es auch, der die Aufarbeitung des Trennungskonflikts zu der FEG Thun und die Versöhnung vorantrieb. So stand nach einer anfänglichen Ablehnung des Aufnahmegesuches der FEG Gwatt als Gemeinde im Bund FEG an der Delegiertenkonferenz vom 26. Oktober 1983 nun nichts mehr im Wege.

Die FEG Gwatt wurde am 27. Oktober 1984 dann einstimmig als Gemeinde im Bund FEG aufgenommen. Die Gemeinde zählte zu dieser Zeit durchschnittlich 55 Gottesdienstbesucher.


Anfang 1986 legte Hans Meier sein Amt als Pastor nieder. Da in dieser Zeit Andreas Bopp mit seiner Frau Raija gerade aus der Mission zurückkam, übernahm dieser als Überbrückung den Dienst als Pastor. Da er sich aber in Zukunft für den Missionsdienst berufen sah, wurde ein neuer Pastor gesucht.

Am 19. August 1986 konnte Richard Salathé als neuer Pastor gewählt werden. Im gleichen Sommer, stürzte der Missionar Andreas Bopp auf einem Veloausflug in der Beatenbucht zu Tode, als er versuchte beim Picknick den abgleitenden Picknickkorb zu halten. So fehlte bis zum Dienstantritt von Richard Salathé ein Pastor. Raija hat in dieser Zeit mit vollem Einsatz versuchte ihren verunglückten Mann mit Besuchen, Beratung der Jugendlichen, Mitteilungsblatt, Mitwirken bei der Leitung, usw. zu vertreten. Die Gottesdienste besuchten zu dieser Zeit im Schnitt 50 Personen. Es fehlte der Gemeinde vor allem die Kinderarbeit. Auch Personen im mittleren Alter fehlten weitgehend.


Am 31. Mai 1987 wurde Richard Salathé dann in sein Amt eingesetzt. Mit ihm und seiner Frau Lydia begann eine Zeit des Aufschwungs. Junge Familien traten bei, da durch Lydia Salathé die Kinderarbeit ausgebaut wurde. So durfte die Gemeinde in den kommenden Jahren ein stetiges Wachstum erleben. 1988 zählte sie bereits 68 Mitglieder und ein Jahr später bereits 79.

1990 zählte die Gemeinde bereits 82 Mitglieder und verschiedene Hauskreise durften entstehen. Auch die Kinder- und Jugendarbeit durfte in diesem Jahr einen neuen Aufschwung erleben.

1991 setzt sich die Gemeindeleitung das grosse Ziel: Die Verdoppelung der Gemeinde, 100 Kinder zum Betreuen und Gemeindegründung in abgelegenen Gebieten. Und tatsächlich durfte die Gemeinde ein erfreuliches Wachstum erleben. Da die Räumlichkeiten in der Kapelle zu klein wurden, mussten am Sonntag zwei Gottesdienste durchgeführt werden.


1992 war ein Höhepunkt erreicht: Die Gemeinde zählte bereits 105 Mitglieder. Corinne Staufer wurde als Gemeindehelferin angestellt und begann im August ihren Dienst. Durch die zunehmende Platznot im Eben-Ezer suchte die Gemeinde nach einem passenden Gebäude. Auf der anderen Seite der Bahnlinie in Sichtweite des Eben-Ezer konnte ein Stock des ehemaligen Industriegebäudes der Firma Nobs gemietet und umgebaut werden. Am 24. Oktober 1992 fand ein „Tag der offenen Tür“ statt. Gleichzeitig begann in diesem Jahr auch eine Zeit der Spannungen, bedingt durch abweichende Auffassungen in der Gemeindeleitung rund um die Frage des Heiligen Geistes.


Trotz Spannungen führte die Gemeinde im Juni 1993 noch eine Evangelisation mit Florian Bärtsch durch. Doch am Ende des Jahres eskalierte dann trotz externer Beratung die Gemeindesituation zusehends und es setzte 1994 eine Austrittswelle ein. So schnell die Gemeinde gewachsen war, so schnell schrumpfte sie wieder.

Doch nebst der Spannung führte diese Zeit auch ganz klar zur einer Klärung und zu einer Festigung der Gemeinde. So war die Gemeinde trotz der hinter ihr liegenden spannungsvollen Zeit bereit, als sich ihr die Gelegenheit geboten hatte, am 11. August 1994 das ganze Bürogebäude Nobs aus der Konkursmasse zu kaufen.


Anfang 1995 begann bereits wieder die Suche nach einem neuen Pastor bedingt durch die Bekanntgabe des pensionsbedingten Rücktritts von Richard Salathé auf den 1.1.1997

1997 fing Harry Pepelnar (Bibelschüler von Beatenberg) ein Praktikum an. Nach der Praktikumszeit wurden Harry und Judith Pepelnar am 18.September 1997 als neues Pastoren-Ehepaar gewählt. Bis zu ihrem Dienstbeginn musste die Gemeinde aber noch warten, da er erst noch seine Ausbildung auf dem Beatenberg beenden musste.

Am 1.Juli 1998 trat Harry Pepelnar seinen Dienst als Pastor an. Ende 1998 zählte die Gemeinde 72 Mitglieder und weitere 50 Personen, die sich als Freunde zur Gemeinde zählten.


1999 fand der erste Church Brunch im Schadau-Saal statt, um auf diese Art Menschen das Evangelium zu verkünden. Diese und die zusätzlichen Glaubenskurse fanden bei der Gemeinde und Gästen grossen Anklang und prägten die kommenden Jahre und liess die Gemeinde wieder wachsen.


Bedingt durch die zunehmende Platznot in den Gottesdiensten, packte man 2006 einen grossen Umbau an. Der untere Stock im Nobs wurde zum Predigtsaal umgebaut und die Gebäudehülle wurde renoviert.

Im Sommer 2006 begannen Kari und Sarah Bieri ihren Dienst in der Gemeinde als Zweitpastor mit dem Schwergewicht Kinder- und Jugendarbeit.


Im Sommer 2009 wechselte Harry Pepelnar in die FEG Murten und Kari Bieri ging in die Mission nach Kenya. Gleichzeitig wurde Frank Bigler neuer Pastor und Benjamin Maron begann sein Praktikum. Ab 2010 arbeitete Beni dann offiziell als Jugendpastor in der FEG Gwatt mit.

Im Sommer 2014 wechselte Benjamin Maron als Pastor in die FEG Altstätten.
Dany Rohner begann zu 60% seinen Dienst als Pastor in der FEG Gwatt (weiter zu 40% in der FEG Visp). Ein Jahr später 2015 wurde das Mitarbeiterteam ergänzt mit David (40%) + Yvonne (30%) Burkhard in den Bereichen Jugend, Musik und Sekretariat. Bereits nach knapp einem Jahr beendete Yvonne ihren Dienst und David begann nebst seinem Dienst mit Schwerpunkt Jugend und Musik (50%) noch eine theol. Ausbildung (ISTL).
Im Sommer 2016 beendete auch Dany Rohner wieder seinen Dienst in der FEG Gwatt und arbeitete wieder zu 100% in der FEG Visp. Neu war die Gemeinde gefordert nach Ergänzung Ausschau zu halten.


Um der Jugendarbeit einen eigenen Raum zu ermöglichen und eine offene Jugendarbeit zu gestalten, gründete man 2016 einen eigenen Verein und mietete vis à vis vom ehem. Eben-Ezer einen Gebäudeteil, wo neu die HomeBase für die Jugendlichen entstand.


Am 1. April 2017 beginnt Kari Bieri, der aus der Mission von Kenya zurückgekehrt war, seinen Dienst als zusätzlicher Pastor und ergänzt das aktuelle Team.

Am 1. August 2020 beendet David Burkhard seinen Dienst in der FEG Gwatt und wechselt als Studienleiter zum ISTL Berner Oberland. Ab 1. September beginnt Curdin Badertscher als neuer Jugendpastor in der FEG Gwatt